• Forstwirtschaft Francke GbR in Templin, Kreuzkrug
    Forstwirtschaft
  • Forstwirtschaft, Kiefernwald
    Waldbau und Naturschutz

Unsere Forstwirtschaft »Francke GbR Gut Herzfelde«

 

Im Herbst 1994 haben Philip von Schintling-Horny die „Francke GbR“ gegründet und zunächst auf den bestehenden Flächen des Rittergutes Herzfelde in der Uckermark (Brandenburg) Ackerbau betrieben. Diese Flächen sind mittlerweile verpachtet.

2001 konnte dann von der Treuhand auch der Wald zurück erworben werden. Dieser wird seit 2007 unter den Richtlinien des FSC (forest stewardship council) bewirtschaftet. Wir sind Teil der Gruppe „Waldzertifizierung Uckermark“ (GFA-FM/COC-002025). Der gegenwärtig vorherrschende Kiefernwald wird zurzeit in einen naturnahen Dauerwald überführt. Dieser Prozess dauert naturgemäß in der Forstwirtschaft mehrere Jahre.

Zur Initialisierung dieses Prozesses wurden in den letzten 20 Jahren rund 400.000 Bäume gepflanzt, entsprechend positiv ist der daraus resultierende CO²-Fußabdruck. Auf vielen weiteren Flächen wird Naturverjüngung betrieben, die zur Umwandlung in einen naturnäheren Wald beiträgt. Es wurden hauptsächlich Laubhölzer gepflanzt (Rotbuche, Vogelkirsche, Bergahorn, Spitzahorn, Esskastanie, Winterlinde und Hainbuche) aber auch Nadelhölzer (Douglasien, Tannen und  Lärchen).

Die Waldflächen liegen im Großschutzgebiet Naturpark Uckermärkische Seen in den Gemeinden Jakobshagen, Herzfelde, Petznick und Kreuzkrug.  

Bei einer Höhenlage von 80 bis 110 m ü NN und Regenfällen von ca. 550 l/m² pro Jahr  besteht auf den mittleren bis frischen Böden die natürliche, potentielle Vegetation aus Traubeneichen- und Buchenwald.  Teile des Waldes sind Bestandteil des FFH-Gebietes Platkowsee, Netzowsee, Metzelthin (DE 2847-304) und des FFH-Gebietes Kuhzer See Jakobshagen (DE 2747-303). Der Kern des Naturschutzgebietes Dolgenseen, Ragolinsee (ID 2847-506) liegt in unserem Wald.   

Der Wald hat zu 70 % mittlere (M) bis gute Standorte (R+K), auf denen eine eine exzellente Holzproduktion möglich ist. Es gibt aber auch arme Standorte (A), Sümpfe und Brücher.  Wegen der schwierigeren Bedingungen für eine effiziente Forstwirtschaft eignen sich diese Bereiche für natürlichen Freiraum ohne Eingriffe.

Wir bewirtschaften den Wald als einen Dauerwald, wo konstant überall ein Baumbestand vorhanden ist, d. h. es gibt keine beabsichtigten Kahlschläge. Leider bestanden zurzeit der Übernahme vereinzelte Flächen aus Fichten-Monokultur, die mittlerweile vom Borkenkäfer vollständig zerstört wurden. Diese Flächen haben wir überwiegend mit Laubholz neu aufgeforstet.

Die Erntefestmeter-Vorräte des Waldes betragen 290 FM/ha, der laufende Zuwachs wurde mit 7,2 EFM/ha berechnet. Im Wald wurden auf Basis einer Stichprobeninventur das Waldbild und die waldbaulichen Parameter ermittelt: Diese ermöglicht uns jeweils nach 10 Jahren die Veränderungen und somit das Wachstum des Waldes rechnerisch zu erfassen und zu beurteilen. Die letzte Forsteinrichtung für die Finanzverwaltung fand 2022 statt. Das Holz wird als FSC-zertifiziertes Holz vermarket.

Die verbreitete Hauptwildart ist Rehwild.  Es werden jährlich etwas mehr als 100 Stück Schalenwild erlegt, außerdem neben Rehwild noch Rotwild, Dammwild und Schwarzwild.

Weiterhin hervorzuheben ist, dass sich innerhalb der Wälder rund 80 ha Gewässer der drei Dolgenseen und des Ragollinsees befinden, die dem Wald ein besonders günstiges Klima verleihen. Drei Niedermoore bereichern die Artenvielfalt und Diversität. Es werden ca. 4 ha alter Buchenwald mit über 100-jährigen Buchen wie auch weitere 35 ha Sumpf, Unland und Moorerlenflächen nicht bewirtschaftet. Diese Flächen sollen sich ohne menschlichen Einfluss weiter entwickeln und der Natur dienen.

Im Rahmen eines Projektes mit Pina Earth wurden auf 143 ha Waldboden CO²-Zertifikate verkauft. Ziel war es, mithilfe dieser Einnahmen Kiefern-Reinbestände durch Pflanzung langfristig in resiliente Mischwälder umzubauen. Das Projekt startete in 2022 und ist auf 30 Jahre bis 2052 angelegt. Über 200.000 neue Bäume wurden gepflanzt. Pina Earth konnte die Zertifikate an die renommierte Schweizer Organisation »My Climate« verkaufen. Wir sind froh, unseren Wald Dank dieser Unterstützung auf den Klimawandel vorbereiten zu können. Wald ist für uns Leidenschaft, Herzblut und Heimat. Mithilfe dieser Partnerschaft kommen wir unserem Ziel näher, den Wald langfristig vor abiotischen Gefahren zu sichern und zu erhalten.

Eine weitere Besonderheit ist eine 2 ha große Streuobstwiese innerhalb des Waldes, wo wir alte Apfelsorten angepflanzt haben. Besucher des Waldes sind herzlich willkommen, der Wald ist frei zugänglich.

Ansprechpartner

Brennholz und forstfachliche Fragen:
Herr Stefan Kruppke
Mobil: 0152 21075367
E-Mail: stefan.kruppke@gmail.com

Waldeigentum und Jagd:
Lorenz von Schintling-Horny
Mobil: 0172 5402826
E-Mail: lorenz@schintling-horny.de

Impressionen aus der Forstwirtschaft